Handlungspflichten

Ein Todesfall ist ein schlimmer Schicksalsschlag für die Hinterbliebenen. Bei aller Trauer müssen Angehörige und Erben jedoch in den ersten drei Tagen nach dem Tod einige bürokratische Formalitäten erledigen. Wir empfehlen, sich eine Checkliste zu machen und sich bei Freunden, Bekannten und Verwandten Unterstützung zu holen.

 

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Gesetzliche Handlungspflichten

Der Staat verpflichtet bei einem Todesfall die nächsten Angehörigen – also im Normalfall die Kinder, Ehegatten, Geschwister oder Eltern des/der Verstorbenen – dazu, die komplette Abwicklung der Bestattung in die Hände zu nehmen. Theoretisch kann diese Verantwortung auch auf Enkel, Großeltern oder andere entferntere Angehörige übergehen.

Tritt der Tod in einer stationären Einrichtung (Krankenhaus, Altenheim etc.) ein, brauchen sich Hinterbliebene erst einmal um keinerlei Formalitäten zu kümmern. Wenn die Person dagegen in den eigenen vier Wänden gestorben ist, müssen Sie umgehend den zuständigen Hausarzt verständigen. Dieser führt die Leichenschau durch und stellt anschließend den Totenschein aus – außer er musste feststellen, dass der Tod durch Beihilfe oder direkte Einwirkung Dritter (Mord oder Totschlag) herbeigeführt wurde. In diesem Fall verständigt der Arzt die Polizei, die wiederum die Staatsanwaltschaft einschaltet. Nach der Obduktion des Leichnams und der Sicherung etwaiger Beweise erteilt die Staatsanwaltschaft die Genehmigung zur Beisetzung.

Der von Ihnen beauftragte Bestatter kümmert sich um die Überführung des Leichnams in eine Leichenhalle. Dies muss – je nach Bundesland – innerhalb von 24 bis 36 Stunden nach Eintritt des Todes geschehen. Davor kann die/der Verstorbene auch zu Hause aufgebahrt werden. Dieser Zeitraum kann auf Antrag beim zuständigen Gesundheitsamt verlängert werden. Wenn die/der Verstorbene an einer meldepflichtigen Krankheit gelitten hat, muss der Leichnam jedoch sofort überführt werden.

 

Behördengänge

Spätestens am dritten Tag nach dem Tod müssen Hinterbliebene zum Standesamt, um die offizielle Sterbeurkunde ausstellen zu lassen. In vielen Fällen übernimmt der von Ihnen beauftragte Bestatter diese Aufgabe. Dazu stellen Sie ihm einfach eine Vollmacht für die Abholung aus. Darüber hinaus benötigt Ihr Bestatter den vom Arzt ausgefüllten Totenschein, den Personalausweis oder Reisepass und je nach Familienstand Unterlagen wie Geburtsurkunde, Heiratsurkunde etc. Bei Detailfragen hilft Ihnen Ihr Bestatter gerne weiter. Wenn nicht alle Dokumente vorhanden sind, reicht oft auch eine Abschrift aus dem Familienbuch. Ansonsten fragen Sie zur Sicherheit beim Standesamt nach, was als Ersatzdokument akzeptiert wird. Mit den Sterbeurkunden können dann auch alle anderen Formalitäten erledigt werden.

 

Finanz- und Versicherungsfragen

Sie müssen bei Rententrägern, Versicherungen, der Krankenkasse, Banken und auch beim Nachlassgericht den eingetreten Tod mit der Sterbeurkunde belegen. Innerhalb von 24 bis 72 Stunden (je nach Vertrag) sollten Lebensversicherungen, die Unfallversicherung und die Krankenversicherung des Verstorbenen über den Tod in schriftlicher Form informiert werden. Vergessen Sie auch nicht, so schnell wie möglich evtl. zustehende Witwen-/Witwerrenten beim Versicherungsamt zu beantragen.

Die Meldung des Todesfalls bei den Kreditinstituten, mit denen der/die Verstorbene Verträge hatte, ist das eine. Etwas aufwändiger ist die Auflösung von Konten oder das Umschreiben auf eine bestimmte Person. Dazu muss bei der Bank ein entsprechender Erbschein vorgelegt werden. Dieser Schritt lässt sich erst zu einem späteren Zeitpunkt erledigen, denn es dauert ja schon mal einige Tage bis zur Testamentseröffnung. Und bis dann das Nachlassgericht einen Erbschein ausstellt, vergehen mindestens sechs Wochen.  Davor darf eine Erbengemeinschaft grundsätzlich nur einstimmig Überweisungen oder Abhebungen vornehmen. Wenn der Erbschein vorliegt, sollten die Erben einen Verwaltungsberechtigten festlegen und diesen der Bank melden. Wer seinen Hinterbliebenen dieses umständliche Procedere vereinfachen möchte, kann alternativ schon zu Lebzeiten eine Vollmacht für eine Vertrauensperson aufsetzen. Oder eine notarielle Vorsorgevollmacht, die Bankgeschäfte über den Tod hinaus ausdrücklich erlaubt.

Bei Geldanlagen läuft es ganz ähnlich. Auch hier bestimmt die Erbengemeinschaft das Vorgehen. Dabei gibt es Einschränkungen von Seiten der Bank, denn Geldanlagen haben oft eine feste Laufzeit. Wenn Erben solche Verträge wegen eines Todesfalls vorzeitig kündigen wollen, lassen sich Banken das in der Regel bezahlen. Außerdem müssen die Erben damit rechnen, dass nur das angelegte Grundkapital ausgezahlt wird, also ohne die Zinserträge. Ein Sonderkündigungsrecht besteht nicht zwangsläufig, die genauen Bedingungen stehen im Vertrag. Erben können jedoch auf jeden Fall zu gleichen Bedingungen über ihr geerbtes Finanzprodukt weiter Geld anlegen.

 

Häufige Fragen

Was zahlt die Krankenkasse im Todesfall?

Inzwischen zahlt die Krankenkasse nichts mehr, denn das gesetzliche Sterbegeld wurde in Deutschland Anfang 2004 abgeschafft. Dafür gibt es weiterhin das Sterbegeld der gesetzlichen Unfallversicherung, das ausbezahlt wird, wenn der Todesfall nach einem Arbeitsunfall oder infolge einer Berufskrankheit eintrat.

Wie erfährt die Bank über einen Todesfall?

Banken und Sparkassen erfahren nicht automatisch vom Tod ihres Kunden. Diese Aufgabe müssen die Erben übernehmen. Weder das Nachlassgericht, noch das Finanzamt oder eine sonstige Behörde teilen Geldinstituten einen Todesfall mit.

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