Gräber

Ein Grab bezeichnet ganz allgemein die Stelle, an der ein verstorbener Mensch begraben wird. Die Grabstätte ist ein Ort, an dem Sie als Angehörige in Ruhe und Abgeschiedenheit trauern können. Hier können Sie den Verstorbenen besuchen, seiner gedenken oder Abschied nehmen. Neben den in Mitteleuropa verbreiteten, offenen Grabstätten gibt es auch gemauerte oder ummauerte ober- oder unterirdische Gräber, die man als Gruft oder in größerer Ausprägung als Mausoleum bezeichnet. Eine besondere Form von gemauerten Grabstätten sind auch Pyramiden, die schon bei den alten Ägyptern verbreitet waren.

Geschichtlich sind Gräber überaus bedeutsam. Schon die frühen Menschen hatten eine Bestattungskultur, um die Verstorbenen zu würdigen. Auch die Grabmalgestaltung früherer Zeiten gibt Archäologen viel Aufschluss über vergangene Kulturen. Manche Kulturen legten Verstorbenen auch Wertgegenstände und Alltagsutensilien ins Grab. Auch auf die Blickrichtung der Bestatteten in eine bestimmte Himmelsrichtung wurde schon früh geachtet. Das älteste erhaltene Erdgrab liegt in Israel und ist etwa 100.000 Jahre alt.

 

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Welche Arten von Gräbern gibt es?

Unterscheiden kann man Gräber nach der Anzahl der Grabstellen (Einzelgrabstätten, Familiengrabstätten), nach der Art der Bestattungsform (Urnengräber, Sarggräber, Grabkammern etc.) sowie nach formalen Kriterien (Wahlgräber, Reihengräber, anonyme Grabstätten). Der für Hinterbliebene des Verstorbenen entstehende Pflegeaufwand variiert. Ein individuelles Erd- oder Urnengrab muss meist nach den Friedhofsstatuten bepflanzt werden. Angehörige können diese Aufgabe selbst übernehmen oder einem Gärtner übertragen. Wer diesen Aufwand scheut, hat mit wenig pflegeintensiven Gemeinschaftsgräbern oder auch mit naturnahen Bestattungsformen eine Alternative. Nähere Informationen zu den spezifischen Eigenschaften der Grabstätten auf den einzelnen Friedhöfen gibt Ihnen gerne die zuständige Friedhofsverwaltung.

Wer kein übliches Grab auf einem Friedhof möchte, kann auch ein sogenanntes Baumgrab oder ein Seegrab wählen. Baumgräber werden in speziellen Bestattungswäldern angeboten, sind aber auch immer öfter in gesonderten Arealen auf Friedhöfen zu finden. Bei Seegräbern wird eine Seebestattung durchgeführt. In Deutschland ist dies in der Nord- und Ostsee möglich, in Österreich als Flussbestattung in der Donau.

 

Wahlgrab

Ein Wahlgrab wird direkt von den Angehörigen ausgewählt und bietet umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Bei Wahlgräber kann man das Grabnutzungsrecht nach Ablauf der Ruhezeit verlängern, was wichtig sein kann, falls es als Doppelgrab für Paare oder als Familiengrab genutzt werden soll. Wahlgräber sind im Vergleich zu Reihengräbern und anonymen Gräbern relativ teuer.

Wahlgrab

 

Reihengrab

Reihengräber werden vom Friedhofsträger chronologisch, also sozusagen der Reihe nach, vergeben.

Die Angehörigen können keinen Einfluss auf die genaue Lage der Grabstelle nehmen. Reihengräber sind meist kleiner als Wahlgräber und außerdem immer Einzelgräber. Nach Ablauf der Ruhefrist können sie in der Regel nicht verlängert werden, sondern werden eingeebnet und neu vergeben. Daher ist auch eine Nutzung über mehrere Generationen hinweg nicht möglich. Auch die Gestaltungsmöglichkeiten sind meist stärker reglementiert.

Reihengrab

 

Wiesengrab

Als Wiesengräber werden die offenen Flächen auf manchen Friedhöfen bezeichnet, bei denen die einzelnen Gräber durch Steintafeln namentlich markiert sind. Sie werden von der Friedhofsverwaltung gepflegt.

Wiesengrab

 

Anonymes Grab

Anonyme Gräber sind meist Gemeinschaftsgräber auf einer separaten Friedhofsfläche. Sie sind in der Regel für die Beisetzung von Urnen vorgesehen. Die genaue Lage der Grabstelle eines einzelnen Verstorbenen ist nicht gekennzeichnet.

Auch Gedenksteine werden höchstens für die gesamte Gemeinschaft aufgestellt, ohne genauere Daten. Die Bestattung erfolgt zudem ohne Beisein von Angehörigen. Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten bestehen bei anonymen Gräbern nicht.

 

Was ist ein halbanonymes Grab?

Von einem halbanonymen Grab spricht man, wenn sich an der letzten Ruhestätte (häufig eine Rasenfläche) mehrere anonyme Grabstellen befinden, die mit einer gemeinsamen Erinnerungsstätte und den Namen der Verstorbenen gekennzeichnet sind. Einzelne Gräber sind dort nicht mit Namen markiert und erkennbar. Man weiß nur, wer insgesamt auf diesem Areal beigesetzt wurde.

 

Urnengrab

Urnen können sowohl über als auch unter der Erde bestattet werden. Bei einer oberirdischen Bestattung in einem Kolumbarium oder in einer Urnenstelle wird die Urne in einer Wandnische beigesetzt, die daraufhin verschlossen wird.

Die Beisetzung einer Urne im Erdgrab erfolgt überwiegend in einem Gemeinschaftsgrab, aber auch Einzelgräber sind  eine mögliche Option.

Urnengrab

Kann eine Urne in ein normales Grab? 

Das hängt von der jeweiligen Friedhofssatzung ab. Im Normalfall können in einem mehrstelligen Wahl- oder Familiengrab auch Urnen beigesetzt werden. In manchen Gemeinden ist es auch möglich, Urnen in einem ganz normalen Reihengrab für eine Person oder in einem Rasengrab beizusetzen.

 

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Wie teuer ist ein Grab?

Die Kosten für ein Grab auf einem Friedhof werden von dem jeweiligen Friedhofsträger in der Friedhofssatzung bestimmt. Neben der Grabnutzungsgebühr fallen auch noch Beisetzungsgebühren an. Regionale Preisunterschiede sind völlig normal. Als Faustregel lässt sich sagen: Auf dem Land ist es fast immer preiswerter als in einer Stadt. Auch die verschiedenen Grabarten kosten natürlich unterschiedlich viel. Im Normalfall ist eine Grabstelle für eine Urne wegen der geringeren Fläche günstiger als ein Grab für einen Sarg. Am günstigsten ist in der Regel eine anonyme Grabstelle, die nicht durch einen Grabstein oder Ähnliches gekennzeichnet wird.

 

Welche Rechte und Pflichten habe ich?

Ruherecht

Die Ruhefrist (Mindestliegefrist) ist jedem beigesetzten Toten bzw. seiner Asche in seinem Grab zu gewähren. Die genaue Dauer ist in der jeweiligen Friedhofsordnung festgelegt. Sie beträgt in der Regel zwischen 10 und 20 Jahre ab dem Bestattungstag. Innerhalb dieser Ruhefrist darf die Grabstätte nicht neu belegt werden. Nach Ablauf der Ruhefrist kann ein Grab aufgelöst werden bzw. eine Umbettung des Verstorbenen in ein anderes Grab erfolgen, falls nicht rechtzeitig eine Verlängerung vertraglich vereinbart wurde.

 

Weitere Rechte und Pflichten

Mit dem Erwerb einer Grabstelle erhalten Sie das Recht zum Beisetzen der festgelegten Zahl von Verstorbenen, zum Aufstellen eines Grabsteins am Kopfende der Grabstelle oder zum Auflegen einer Steinplatte und zur Gestaltung der Grabstelle, wobei Sie die baulichen und gärtnerischen Bestimmungen des jeweiligen Friedhofs einhalten müssen. 

Neben diesen Rechten sind Sie auch verpflichtet, die Grabstelle zu pflegen. Das bedeutet, Sie müssen für den dauernden ordnungsgemäßen baulichen und gärtnerischen Zustand der gesamten Grabfläche sorgen. Was dies genau umfasst, erfahren Sie aus den jeweiligen Friedhofsstatuten.

 

Grabmal und Grabpflege

Wie darf ich das Grab gestalten?

Das traditionelle Kennzeichen einer Grabstelle ist ein senkrecht stehender Grabstein. Dieser wird einige Wochen nach der Bestattung, wenn sich das Erdreich vollständig gesetzt hat, am Kopfende der Grabstätte aufgestellt. Der Grabstein kann als Erinnerung für einen oder mehrere Verstorbene gesetzt und mit den entsprechenden Namen und Daten beschriftet werden. Alternativen sind liegende Steine, sogenannte Kissensteine, oder Grabplatten zur Abdeckung, die auch die Grabpflege etwas erleichtern. Letztere werden häufig bei Urnengräbern verwendet.

Grabsteine sind häufig aus Marmor oder aus anderen Natursteinen. Die Inschriften darauf können genauso wie individuelle Verzierungen eingraviert oder aus Metall gefertigt aufgesetzt werden. Bei der Gestaltung des Grabsteins dürfen Sie jedoch die Friedhofsordnung nicht außer Acht lassen. Sie enthält Vorschriften in puncto Aussehen und Größe der Grabmale, damit diese ins Gesamtbild des Friedhofes passen.

Ein wichtiges Element von Grabstellen ist die Bepflanzung. Überlegen Sie sich im Vorfeld, ob Sie den Aufwand einer saisonal wechselnden Bepflanzung stemmen können oder ob es lieber ein pflegeleichteres Grab mit immergrünem Bewuchs sein sollte. Stimmen Sie sich hier am besten mit einer ortskundigen Gärtnerei ab, die Ihnen sagen kann, welche Pflanzen sich angesichts der örtlichen Bodenbeschaffenheit am besten eignen. Zusätzlich zum Blumenschmuck können Sie auch kleine Figuren aus Porzellan oder Stein und Laternen aufstellen, in denen Sie z.B. bei jedem Besuch ein frisches Grablicht anzünden.

 

Was erwartet mich in Sachen Grabpflege?

Die exakten Kosten für eine stetige Grabpflege sind von mehreren Faktoren abhängig, zum Beispiel von der Größe der Grabstelle und vom Umfang der Pflege. Ein Urnengrab zu pflegen, ist natürlich günstiger als eine Familiengrabstelle. Eine saisonal wechselnde Bepflanzung verursacht dagegen Mehrkosten im Vergleich zu immergrünen Varianten. Bezogen auf eine Ruhezeit von 20 Jahren sollten Sie bei der dauerhaften Grabpflege mit circa 4.000,- Euro rechnen. Vergleichen Sie dazu am besten die Preise und den Leistungsumfang mehrerer Gärtner.

 

Häufige Fragen

Wie bepflanze ich ein Grab im Sommer?

Für die saisonale Bepflanzung ab Mai bis September ist der genaue Standort des Grabmals entscheidend. Wenn die Blumen mit voller Sonne und wenig Wasser auskommen müssen, bieten sich z.B. Eisbegonien oder Geranien an. Bei halbschattigen oder schattigen Lagen sollte man eher auf Fuchsien oder Fleißige Lieschen zurückgreifen.

Welche Bodendecker sind winterfest?

Damit das Grab auch im Winter nicht kahl und trist aussieht, empfiehlt sich eine Bepflanzung mit winterfesten Bodendeckern. Dazu zählen z.B. der kleine Winterling, Immergrün, Schneeheide, Fette Henne, Christrosen oder Schneeglückchen.

Welche Grabblumen brauchen wenig Wasser?

Begonien – hier im Speziellen Eisbegonien oder Knollenbegonien – kommen mit wenig Wasser aus. Aber auch Geranien, Dipladenien oder Mittagsgold kommen mit warmen, sonnigen Standorten und geringer Feuchtigkeit gut zurecht.

Was kann man mit ins Grab legen?

Blumen oder Blütenblätter werden häufig bei der Beisetzung ins Grab geworfen, um dem/der Verstorbenen eine letzte Würde zu erweisen und persönlich Abschied zu nehmen. Darüber hinaus kann man aber durchaus auch Erinnerungsstücke mit auf den Weg geben, also z.B. Schmuck, Briefe oder Fotos.

Welche Blumen eignen sich ganzjährig für ein Grab?

Pflegeleichte und immergrüne Grabpflanzen, die das ganze Jahr über ein gutes Bild abgeben und wenig Aufwand mit sich bringen, sind beispielsweise Rhododendron, Hauswurz oder Fette Henne.

Was kann man im Winter aufs Grab pflanzen?

Winterfest sind Bodendecker wie Schneeheide oder der kleine Winterling. Dazu kann man noch Farbtupfer setzen und auch im Winter blühende Pflanzen wie Christrose und winterharte Alpenveilchen einsetzen.

Kann eine Urne in ein normales Grab?

Das hängt von der jeweiligen Friedhofssatzung ab. Im Normalfall können in einem mehrstelligen Wahl- oder Familiengrab auch Urnen beigesetzt werden. In manchen Gemeinden ist es auch möglich, Urnen in einem ganz normalen Reihengrab für eine Person oder in einem Rasengrab beizusetzen.

Wann startet im Frühjahr die Grabbepflanzung?

Im Februar, wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen den frostigen Boden auftauen, können Sie damit beginnen, die Zwiebeln der Frühjahrsblüher in die Erde zu setzen. Genauso gut können z.B. Stiefmütterchen oder Hornveilchen aber auch schon im Herbst zuvor gepflanzt werden.

Warum wirft man Erde mit ins Grab?

Die Beigabe von Sand oder Erde soll das Verschließen der Grabstelle und die Übergabe des Leichnams an die Erde versinnbildlichen. Nach einem kirchlichen Ritual wirft man dreimal Erde auf den Sarg und spricht dazu begleitend die Worte „Erde zu Erde, Asche zu Asche und Staub zum Staube“. Alternativ hat sich aber auch das Werfen von Blumen oder Blütenblättern etabliert.

Was pflanze ich auf ein Grab?

Ein ansprechendes Grab sollte möglichst mit einer jahreszeitlich wechselnden Bepflanzung gestaltet werden. Grundsätzlich ist es ratsam, einen großen Teil der Grabfläche mit pflegeleichten, immergrünen Bodendeckern zu bepflanzen und nur an gewissen Stellen saisonale Blumen einzusetzen. So bleibt der Aufwand im Rahmen.

Welche Pflanzen eignen sich für ein sonniges Grab?

Zu den Blumen, die sich auch von intensiver Sonneneinstrahlung meist nicht kleinkriegen lassen, zählen Geranien, Tagetes, Eisbegonien, Fuchsien oder Fleißige Lieschen. Aber auch Garten- oder Sommersalbei und Steinkraut sind eine gute Wahl.

Welche Blumen wirft man ins Grab?

Zu den Klassikern zählen Rosen, Lilien, Callas, Nelken und Chrysanthemen, bevorzugt auf jeden Fall Blumen in heller Farbe, etwa weiße oder cremefarbene Lilien, Rosen oder Callas. Wer in einer besonders engen Beziehung zum/zur Verstorbenen stand, kann selbstverständlich auch rote Rosen ins Grab werfen.

Was kostet eine Grabpflege?

Das ist von vielen Faktoren abhängig, wie z.B. Pflegedauer, Grabart, Standort, Grabgröße und Leistungsumfang. Die Grabpflege durch eine professionelle Gärtnerei kostet im Normalfall zwischen 150 und 350 Euro pro Jahr.

Wie gestaltet man ein Grab pflegeleicht?

Sie sollten auf jeden Fall langsam wachsende Pflanzen verwenden, um überbordendem Wildwuchs vorzubeugen. Berücksichtigen Sie auch, ob der Standort des Grabes eher sonnig oder schattig ist. Zumindest ein Teil der Bepflanzung sollte außerdem winterhart sein, hier bieten sich Bodendecker wie die rote Scheinbeere an. Wer mag, kann auf der Grabfläche statt Erde auch Rindenmulch oder weiße Kieselsteine als pflegeleichte Alternative verteilen. Die Grabgestaltung mit Kies ist allerdings nicht auf jedem Friedhof erlaubt.

Wann kommt eine Platte auf ein Urnengrab?

Urnenplatten können direkt nach dem Begräbnis gelegt werden, denn es wird nicht so tief in das Erdreich gegraben wie bei Erdbestattungen. Bei Erdbestattungen muss man hingegen ungefähr 6 Monate bis zu 1 Jahr warten, weil sich das Erdreich erst noch verdichten muss.

Was kostet ein kleines Urnengrab?

Kleine Urnengräber oder ein Platz in einem Kolumbarium kosten in der Regel zwischen 600 und 1.500 €.

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