Todesanzeige von
Götz George

23.07.1938 - † 19.06.2016

Götz George als Horst Schimanski © www.horstschimanski.info
Selten wurde ein Schauspieler so sehr mit einer seiner Rollen verknüpft wie Götz George mit der des Duisburger Kommissars Horst Schimanski in der legendären deutschen Krimireihe „Tatort“. Dabei hatte der Mime durchaus noch andere unvergessene Leinwand- oder Bildschirmauftritte, wie z.B. in der Karl-May-Verfilmung „Der Schatz im Silbersee“, in „Sie nannten ihn Gringo“ oder in „Der Totmacher“. Auch Regisseur Helmut Dietl arbeitete gerne mit Götz George zusammen und gab ihm eher komödiantisch angelegte Rollen in „Schtonk!“, „Rossini“ und „Zettl“.

Götz George war das Schauspielerdasein schon in die Wiege gelegt. Sein Vater Heinrich George war ein berühmter Film- und Theaterstar seiner Zeit, seine Mutter Berta Drews war ebenfalls eine bekannte Schauspielerin. Bereits 1950 feierte Götz George sein Bühnendebüt im Stück „Mein Herz ist im Hochland“ am Berliner Hebbel-Theater. 1953 erhielt er neben Romy Schneider seine erste kleine Filmrolle in „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“, drei Jahre später stand er erstmals in einer Hauptrolle vor der Kamera, in „Alter Kahn und junge Liebe“.

Nach kleineren Kinorollen im Verlauf der fünfziger Jahre gelang George 1959 mit dem Film „Jacqueline“ der Durchbruch bei Kritik und Publikum. Für seine Rolle wurde er damals zum ersten Mal mit dem Deutschen Filmpreis (Bester Nachwuchsschauspieler) ausgezeichnet, den er in seiner späteren Laufbahn noch drei Mal abräumte. 1961 wurde ihm der Bambi als beliebtester Schauspieler verliehen, auch diesen Preis bekam er noch zwei weitere Male (1984 und 1992). In den 1970er Jahren spielte George vornehmlich Theater und wirkte in Fernsehproduktionen mit, darunter in vielen Folgen von „Der Kommissar“, „Derrick“, „Der Alte“ und natürlich „Tatort“. Mit den vom WDR produzierten Krimi-Folgen, in denen er von 1981 bis 1991 den Ruhrpott-Ermittler Schimanski spielte, feierte er seine allergrößten Erfolge.

Georges Privatleben war selten schlagzeilenträchtig. Er war von 1966 bis 1976 mit der Schauspielerin Loni von Friedl verheiratet. Der Ehe entstammt eine Tochter. Seit 1997 lebte er mit der Hamburger Journalistin Marika Ullrich zusammen, die er 2014 schließlich heiratete. Im selben Jahr bekam er auch das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. Seit 2010 engagierte er sich außerdem für die Deutsche Krebshilfe. Götz George starb laut Medienberichten nach kurzer, heftiger Krankheit am 19. Juni 2016 und wurde im engsten Familienkreis in Hamburg beigesetzt.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Götz George erstellt und ist dem beliebten Schauspieler vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.