Traueranzeige von
Heinz Kühn

18.02.1912 - † 12.03.1992
Traueranzeige von Heinz Kühn
Bundesarchiv, B 145 Bild-F023752-0007 / Patzek, Renate / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
Heinz Kühn war ein deutscher Politiker (SPD) und von 1966 bis 1978 Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens.
Kühn interessierte sich schon sehr früh für Politik, mit 16 trat er der Jugendorganisation der „Roten Falken“
der SPD bei und stieg schnell zum Leiter einer Falken-Schülergruppe auf.
Bald wurde er führender oberrheinischer Funktionär der SAJ, mit 18 trat er schließlich der Mutterpartei SPD bei.

Nachdem Kühn seine Abiturprüfung ablegte, begann er 1931 sein Studium der Staatswissenschaften und der
Nationalökonomie an der Universität Köln. Kühn stand in Kontakt mit der Widerstandsgruppe „Rote Kämpfer“
und war Kreisführer der Jugendorganisation „Jungbanner“, weshalb er massive Auseinandersetzungen mit der SA
und der SS der NSDAP hatte.

Aufgrund des Verfolgungsdrucks der Nationalsozialisten verließ er Köln und hielt sich während seines Exils unter
anderem in London auf. Während dieser Zeit arbeitete Kühn an Untergrundzeitschriften mit. Nach Kriegsende kehrte
Kühn nach Deutschland zurück und arbeitete zuerst als Journalist. Seine politische Karriere begann 1948 als er in
den Landtag von Nordrhein-Westfalen nachrückte. Von 1953 bis 1963 war er Mitglied des Deutschen Bundestages.

Zeitweise leitete Kühn auch die sozialistische Fraktion des Europarates und der westeuropäischen Union.
1962 kehrte er aber als Fraktionsvorsitzender der SPD in den nordrhein-westfälischen Landtag zurück,
dem er bis 1979 angehörte. Im gleichen Jahr (1962) wurde er Vorsitzender des SPD-Bezirks Mittelrhein,
1970 erster Landtagsvorsitzender der SPD in Nordrhein-Westfalen. Nach seiner Zeit als Landtagsabgeordneter
blieb er als Mitglied des Europaparlaments (1979 bis 1984) aktiv.

Heinz Kühn erhielt folgende Ehrungen der BRD:
1967: Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband
1970: Großkreuz des Verdienstordens
Die Region Mittelrhein des SPD-Landesverbandes NRW verleiht seit 30. März 1992 in jedem Jahr die
Heinz-Kühn-Medaille auf folgender Grundlage: „Der SPD-Bezirksvorstand stiftet aus Anlass des Todestages
von Heinz Kühn jährlich die Heinz-Kühn-Medaille. Mit ihr sollen Einzelpersonen und Gruppen ausgezeichnet
werden, die sich besonders für das Miteinander von Deutschen und Ausländern einsetzen.
Diese Aktivitäten sollen durch beispielhafte Einzelinitiative gekennzeichnet sein und sich zukunftsweisend aus
dem Rahmen der normalen Ausländerarbeit herausheben. Die Heinz-Kühn-Medaille kann auch an
Nichtmitglieder verliehen werden.