Traueranzeige von
Joe Frazier

12.01.1944 - † 07.11.2011
Traueranzeige von Joe Frazier
By Arvee Eco from QUEENS, USA (The legend himself Smokin' Joe Fraizer. (cropped)) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
Joseph William, kurz Joe genannt, Frazier war ein US-amerikanischer Boxer. Von 1970 bis 1973 war „Smokin‘ Joe“ – so sein Spitzname – Boxweltmeister im Schwergewicht. Frazier war der erste Boxer, der als Amateur die olympische Goldmedaille (Punktsieg gegen den Deutschen Hans Huber 1964 in Tokio) und anschließend als Profi den Titel im Schwergewicht gewann. Seine legendären Duelle gegen Muhammad Ali – auch als „Fight of the Century“ und „Thrilla in Manila“ bekannt – sind unvergessene Klassiker dieser Sportart. Berühmt und gefürchtet war vor allem sein linker Haken.

Frazier begann seine Laufbahn in Philadelphia, zum Geld verdienen arbeitete er damals in einem Schlachthof, wo er der Legende nach zu Trainingszwecken gerne auf Rinderhälften einschlug. Eine derartige Szene baute Sylvester Stallone auch in seinen Boxer-Film „Rocky“ ein, in dem Frazier auch einen Gastauftritt hatte. Nach seinem Olympiasieg wurde Frazier Vollprofi im Boxen und holte 1968 erstmals den Titel des später World Boxing Council genannten Verbandes WBC. Den errungenen Titel verteidigte Frazier bis 1969 viermal. Die WM-Titel waren zu jener Zeit geteilt, nachdem Weltmeister Muhammad Ali wegen Kriegsdienstverweigerung vom Titel suspendiert und gesperrt war. Am 16. Februar 1970 kam es zu einem Vereinigungskampf der konkurrierenden Verbände gegen Jimmy Ellis, den Frazier gewann. Er war nun Weltmeister der World Boxing Association (WBA) und des World Boxing Council (WBC).

Am 8. März 1971 kam es zum ersten Aufeinandertreffen mit Muhammad Ali, dem lang erwarteten „Fight of the Century“. Beide Boxer kassierten die damals sehr hohe Summe von 2,5 Mio. US-Dollar pro Mann. Frazier schlug Ali in der letzten Runde mit einem linken Haken zu Boden. Er gewann letztlich einstimmig nach Punkten und fügte Ali damit die erste Niederlage in dessen Profikarriere zu. Knapp zwei Jahre später, am 22. Januar 1973 verlor Frazier den WM-Titel wieder – und zwar gegen den Olympiasieger von 1968, George Foreman, durch technischen K.O. in der zweiten Runde. Der Kampf wurde „The Sunshine Showdown“ genannt und ließ schon erste Anzeichen eines sinkenden Sternes bei Frazier erkennen.

Legendär wurde aber trotzdem noch der dritte Kampf zwischen Frazier und Ali am 1. Oktober 1975, bei dem es wieder um die Weltmeisterschaft ging, die Ali sensationell gegen den Frazier-Bezwinger George Foreman zurückgewonnen hatte. Ali triumphierte im „Thrilla in Manila“ durch technischen K.O. nach der 14. Runde, nachdem Frazier mit einem zugeschwollenen Auge aus dem Ring genommen worden war, was vermutlich gegen dessen Willen geschehen war. Beide Boxer waren in diesem spektakulären, aber auch überaus harten und unerbittlichen Kampf bis an die äußerste Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gegangen und waren am Ende nahezu kampfunfähig. Auch der siegreiche Ali brach nach Verkündung des Urteils noch im Ring zusammen. 1976 versuchte Frazier noch einmal gegen Foreman Revanche zu nehmen, unterlag jedoch und beendete vorerst seine Karriere. 1981 wagte er ein Comeback, trat nach einem Unentschieden gegen Floyd Cummings aber endgültig zurück.

Joe Frazier verstarb am 7. November 2011 an Leberkrebs. Die Trauerfeier fand am 14. November 2011 in Philadelphia statt. Auch Fraziers ewiger Konkurrent, Box-Legende Muhammad Ali, war anwesend und erhob sich, sichtlich gezeichnet von seiner Parkinson-Krankheit, um seinem Wegbegleiter ein letztes Mal zu applaudieren.

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