Traueranzeige von
Karl Schiller

24.04.1911 - † 26.12.1994
Traueranzeige von Karl Schiller
Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F029983-0017 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5454560

Der deutsche SPD-Politiker und Wissenschaftler war von 1966 bis 1972 erster sozialdemokratischer Bundeswirtschaftsminister und von 1971 bis 1972 zusätzlich Bundesfinanzminister. Vor den beiden Ministerämtern war er von 1965 bis 1966 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

Schiller war als Minister federführend an der Entstehung des Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes beteiligt. Außerdem war er Initiator der sogenannten konzertierten Aktion zur besseren Interessensabstimmung. Häufig wird er zusammen mit Ex-Bundekanzler Ludwig Erhard als bedeutendster Wirtschaftspolitiker der Nachkriegszeit angehen, auch weil er der wirtschaftspolitischen Globalsteuerung, angelehnt an die Theorien von Keynes, in Deutschland eine gesetzliche Grundlage gab.

Vor seiner politischen Karriere hatte Schiller eine wissenschaftliche Karriere eingeschlagen. Der Diplom-Volkswirt war in den 1930er-Jahren Leiter einer Forschungsgruppe am Kieler Institut für Weltwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt er eine Professur für den Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Hamburg. Von 1956 bis 1958 amtierte er dort außerdem als Rektor. Schiller zählte außerdem zu den Wegbereitern der 1948 gegründeten Akademie für Gemeinwirtschaft und war von 1948 bis 1994 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des 23. Todestages von Karl Schiller erstellt und ist dem Politiker vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.