Traueranzeige von
Manfred Krug

08.02.1937 - † 21.10.2016
Traueranzeige von Manfred Krug
Foto: T. Sielaff / Wikimedia Commons

Der deutsche Schauspieler, Sänger und Schriftsteller war eine der wenigen Persönlichkeiten, die sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland prominent und populär waren. Vor der Kamera wurde er besonders in der Rolle des eigenwilligen Rechtsanwalts Robert Liebling in der Fernsehserie „Liebling Kreuzberg“ populär. Nicht minder beliebt war er aber auch als Kommissar Paul Stoever in insgesamt 41 „Tatort“-Folgen des NDR. Damit war Krug zeitweise der „dienstälteste“ Tatort-Kommissar. Er erhielt außerdem eine Reihe von wichtigen Auszeichnungen, wie den Bambi (1984), den Adolf-Grimme-Preis (1987 und 1988), die Goldene Kamera (1990 und2001), das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland(2013) und 2015 den Europäischen Kulturpreis für sein künstlerisches Lebenswerk. 

Manfred Krug wurde in Duisburg geboren, zog nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1949 zusammen mit seinem Vater in die gerade gegründete DDR. Zunächst absolvierte er dort eine Lehre zum Stahlschmelzer und machte parallel dazu an der Abendschule das Abitur. Danach begann er ein Studium an der Staatlichen Schauspielschule Berlin, das er jedoch abbrechen musste. Von 1955 bis 1957 war er an Bertolt Brechts Berliner Ensemble als Eleve engagiert.

Ab1957 trat Krug im Kino und Fernsehen der DDR auf, später machte er sich auch als Sänger mit anspruchsvollen, kunstvoll arrangierten Chansons und Jazz-Standards einen Namen. Ende 1976 erhielt Krug ein Teilberufsverbot, weil er den Protest gegen die Ausbürgerung von Regimekritiker Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Am 19. April 1977 stellte Manfred Krug nach sechsmonatiger Arbeitslosigkeit einen Ausreiseantrag, der schließlich genehmigt wurde, so dass er Ost-Berlin am 20. Juni 1977 verließ. In seinem privaten Umfeld war er bis zur Ausreise von der Stasi beschattet worden. 


Die Dokumentation der damaligen Geschehnisse veröffentlichte Krug 20 Jahre später in seinem Buch „Abgehauen“, das den Alltag nicht ganz linientreuer DDR-Bürger schonungslos darstellt und 1998 von Frank Beyer verfilmt wurde. Krug brachte im Übrigen noch zwei weitere Bücher heraus, die Autobiografie „Mein schönes Leben“im Jahr 2005 und den Erzählband „Schweinegezadder“ 2008. Nachdem er der DDR den Rücken gekehrt hatte, lebte Krug im Westteil Berlinsund bekam auch in der Bundesrepublik schnell wieder Rollen. So war er von 1977 bis 1992 in der Rolle des abenteuernden Lkw-Fahrers Franz Meersdonk in der Serie „Auf Achse“ zu sehen. In den 1980er-Jahren folgten die TV-Serien „Liebling Kreuzberg“, „Detektivbüro Roth“ und der „Tatort“. 


Privat war er seit 1963 mit Ottilie Krug verheiratet. Gemeinsam hatten sie drei Kinder, darunter die Sängerin Fanny Krug. Krug lebte zuletzt im Berliner Stadtteil Charlottenburg, er musste sich 2014 einer Herzklappenoperation unterziehen. Von einer akuten Erkrankung war allerdings nichts bekannt, als er am 21. Oktober 2016 im Kreise seiner Familie verstarb.


Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Manfred Krug erstellt und ist dem Schauspieler vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.