Traueranzeige von
Wilhelm Conrad Röntgen

27.01.1845 - † 10.02.1923
Traueranzeige von Wilhelm Conrad Röntgen
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Wilhelm Conrad Röntgen war ein deutscher Physiker. Er entdeckte am 8. November 1895 die nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Hierfür erhielt er 1901 bei der Vergabe der ersten Nobelpreise den ersten Nobelpreis für Physik. Seine Entdeckung revolutionierte unter anderem die medizinische Diagnostik und führte zu weiteren Erkenntnissen des 20. Jahrhunderts, z. B. der Entdeckung und Erforschung der Radioaktivität.

Röntgen wurde am 27. März 1845 in Remscheid-Lennep als Sohn eines begüterten Tuchfabrikanten geboren. Von der Technischen Schule in Utrecht, die er ab 1861 besuchte, wurde er nach zwei Jahren relegiert, weil ihn sein Klassenlehrer irrtümlich für den Urheber einer despektierlichen Karikatur hielt. Ohne Abitur konnte Wilhelm an der Universität Utrecht nur als Gasthörer studieren, aber nach zwei Semestern konnte er sich an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich für ein Maschinenbau-Studium dank seiner exzellenten Schulnoten immatrikulieren. 1868 machte er sein Diplom. Danach absolvierte er ein Physik-Aufbaustudium und promovierte an der Universität Zürich mit "Studien über Gase". Den Doktortitel erhielt er am 22. Juni 1869.

Im Jahr darauf folgte Wilhelm Conrad Röntgen seinem nur sechs Jahre älteren Physikprofessor August Kundt (1839 - 1894) als Assistent an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Dort wollte er sich habilitieren, aber das wurde ihm wegen des fehlenden Abiturs nicht gestattet. Deshalb wechselte er nach zwei Jahren mit August Kundt an das Physikalische Institut der Universität Straßburg und habilitierte sich dort am 13. März 1874. Ein Jahr später erfolgte die Berufung zum außerordentlichen Professor für Physik der Landwirtschaftlichen Akademie in Hohenheim; 1876 kehrte er zur Universität Straßburg zurück, und vier Tage nach seinem 34. Geburtstag erhielt er an der Universität in Gießen einen Lehrstuhl für Physik.

Am 8. November 1895 untersuchte Wilhelm Conrad Röntgen die Elektrizitätsleitung in Gasen und arbeitete dabei mit einer Kathodenstrahlröhre. Hierbei entdeckte er zufällig die Röntgenstrahlung. Die nächsten Wochen verbrachte Wilhelm Conrad Röntgen fast rund um die Uhr in seinem Laboratorium; er aß und schlief sogar dort. Bevor er etwas von seiner Entdeckung verlauten ließ, wollte er das Phänomen erst mit der ihm eigenen Gründlichkeit untersuchen. Über Weihnachten verfasste er den ersten von drei Forschungsberichten »über eine neue Art von Strahlen«. Schon Anfang Januar 1896 tauchten Zeitungsmeldungen über die »Zauberstrahlen« nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern auch in England und in den USA auf.

Kaiser Wilhelm II. ließ sich am 13. Januar 1896 persönlich von Wilhelm Conrad Röntgen in Berlin über die Entdeckung unterrichten. Zehn Tage später sprach Wilhelm Conrad Röntgen vor der Physikalisch-Medizinischen Gesellschaft in Würzburg. Am Ende seiner Ausführungen bat er den berühmten, achtundsiebzigjährigen Mediziner Rudolph Albert von Kölliker aufs Podium und durchleuchtete dessen Hand. Das überzeugte auch Skeptiker. Geheimrat von Kölliker schlug vor, die »neue Art von Strahlen« nach ihrem Erfinder zu nennen, und das Publikum reagierte darauf mit stehenden Ovationen für Wilhelm Conrad Röntgen, aber der zog die Bezeichnung »X-Strahlen« vor.

Am 1. April 1900 folgte Wilhelm Conrad Röntgen einem Ruf an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er genau zwanzig Jahre lang – bis zu seiner Emeritierung am 1. April 1920 – als Direktor des physikalischen Instituts wirkte.

Die ersten Nobelpreise wurden am 10. Dezember 1901 – dem 5. Todestag des Stifters Alfred Nobel – verliehen, und Wilhelm Conrad Röntgen gehörte aufgrund des "außerordentlichen Verdienstes, den er sich durch die Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen erworben hatte" – so die offizielle Begründung –, zu den Preisträgern. Zwar reiste er nach Stockholm und nahm den Preis aus der Hand des schwedischen Kronprinzen entgegen, aber die Bitte, einen Nobelvortrag zu halten, erfüllte der öffentlichkeitsscheue Wissenschaftler nicht.

Mit zunehmendem Alter litt er nicht nur an Darmskrebs, sondern auch an wirtschaftlicher Not. Zu seinen Auszeichnungen auf dem Gebiet der Naturwissenschaften zählen insgesamt 110 deutsche und internationale Ehrungen.

Wilhelm Conrad Röntgen starb am 10.Februar 1923 in München.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des 94. Todestages Wilhelm Conrad Röntgens erstellt und ist dem Physiker vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.