Individuelle Bestattungsrituale

Individuelle Bestattungsrituale ermöglichen, mit entsprechenden Symbolen, Texten, Handlungen und passender Musik, eine Abschiedsfeier würdevoll zu begehen.

Anita Bonetti ist Ritualgestalterin. Sie schreibt hier stellvertretend für alle, die unter anderem im Netzwerk Rituale zu finden sind.

Individuelle Abschiedsrituale

Die Ritualgestalterin Anita Bonetti sagt: „Die Erfahrung lehrte mich, dass die gemeinsame Vorbereitung mit den Angehörigen Basis für den weiteren Verlauf eines Trauerprozesses schafft.“

Durch einen persönlichen Lebenslauf steht die verstorbene Person noch einmal in der Mitte. Dankbarkeit für all das was war. Wertschätzende Erinnerung für das Herausfordernde. All das erleichtert, einen lieben Mensch weiterziehen zu lassen, an einen guten Ort. Dem Glaubensbild der zu Verabschiedenden und der Hinterbliebenen entsprechend kann still oder miteinander gebetet
werden. Das vermag zu trösten, ehe wir den letzten Weg zum Friedhof gehen.

Der letzte Weg

Dort schließt sich der irdische Kreis des Lebens. Das Grab wird zum Gedenkort, der ein besonderer Ort der inneren Zwiesprache sein kann. Ein anschließendes Totenmahl ist ein erster Schritt zurück in ein anderes Leben.

Warum braucht es ein individuelles Bestattungsritual?

Eine persönliche Trauerfeier gibt Hinterbliebenen in ihrem Schmerz Halt. Bereits durch die gemeinsame Vorbereitungszeit kommen Menschen oft wieder ins Tun. Sie erfahren es als erleichternd, dem Verstorbenen noch einmal einen Dienst zu erweisen.

Mit der Trauer einher geht die Erinnerung. Geben wir ihr in Ritualen Raum, dann kann sie unsere inneren Kräfte bestärken, für das, was neu zu ordnen ist in unserem Leben. Es ist hilfreich, im Alltag wie im Verlauf eines Jahres, Rituale zu haben und zu leben, die den Trauerprozess begleiten.

Rituale als Trauerhilfe

Beispielsweise in der Früh eine Kerze zum Foto des Verstorbenen stellen und ihm einen guten Morgen zu wünschen und ihm von dem erzählen, was uns beschäftigt. Über die Jahre tut es gut, an besonderen Tagen wie Geburtstag, Hochzeitstag, Todestag, Familienfesten o.ä. gemeinsam mit den Menschen, die bereits im Abschied nahe standen, dem Verstorbenen Menschen davon zu erzählen, was sich seit dem Abschied alles getan hat. Ein Ritual vermag dabei einen feierlichen Rahmen beizusteuern.

Wir dürfen und sollen unser Leben weiterleben. Über die Zeit kann es sein, dass Erinnerungsbilder blasser werden. Die Beziehung zu einem lieben Menschen darf sich verändern. Das Band der Liebe aber, es bleibt.