Netzwerk Trauerkultur lädt zum Death Café

Death Café Hamburg

Der Name klingt ziemlich drastisch, dahinter verbirgt sich aber eine gute Idee, eine Art Stammtisch zu den Themen Sterben, Tod und Trauer. Death Café nennt sich die für hiesige Verhältnisse noch recht neue Reihe des Hamburger Netzwerks Trauerkultur (www.netzwerk-trauerkultur.de). „Die große Resonanz auf unser erstes Death Café während der Hamburger Hospizwoche 2016 hat uns beflügelt, diese Art von Veranstaltung regelmäßig anzubieten“, erklären die Veranstalter/innen Ute Arndt, Ina Hattebier, Susanne Gerhards, Melanie Torney und Carsten Seidel dazu.

Das zweite Death Café findet am 16. März von 19 bis 21 Uhr im Café Winklers Platz in Hamburg statt. Thema: „Streuselkuchen und andere Tröster – Wie geht es uns mit Ritualen bei Sterben, Tod und Trauer?“ Manche Rituale kennen wir heute gar nicht mehr, einige erleben wir vielleicht als unpassend, fremd, nicht mehr zeitgemäß, andere als tröstlich, stärkend und stimmig. Oder wir entwickeln ganz eigene Rituale, die uns persönlich und unserem Umfeld mehr entsprechen.

In dem gemütlichen Café am Übergang zwischen den Stadtteilen Altona und St. Pauli geht es vor allem darum, es gemeinsam gut zu haben und zu erzählen, zuzuhören, zu lachen und nachzudenken – in respektvoller, offener und geschützter Atmosphäre. Es handelt sich also nicht um eine neue Form der Trauerbegleitung, sondern um einen hilfreichen Austausch. Die Teilnahme am Death Café ist kostenlos. Nur die Getränke und die Leckereien als Begleiterscheinung zur Gesprächsrunde muss jeder selbst zahlen.

Death Cafés gibt’s seit 2011 weltweit

Das Death Café ist kein alleiniges Hamburger Phänomen, sondern eine überraschend internationale, auf bereits 46 Länder übergreifende Geschichte. Seit der Premiere 2011 in East London fanden schon über 4000 Death Cafés weltweit statt, insbesondere in den USA herrscht eine große Resonanz. Die Reihe wurde von Jon Underwood und Sue Barsky Reid entwickelt, basierend auf den Ideen des Schweizer Soziologen Bernard Crettaz.

Interessenten können sich unter gewissen Voraussetzungen bei den britischen Erfindern der Bewegung über die Webseite www.deathcafe.com bewerben, um selber ein Death Café abzuhalten. Ein Termin zum Vormerken: Am 23. April findet ein Death Café in Linz statt, von 15 bis 18 Uhr im Kepler Salon (Rathausgasse 5).