Trauer- und Interview-Plattform „Dein Tod und ich“

Silke Szymura
Silke Szymura

Manchmal muss man den Schmerz einfach rauslassen, ein Ventil öffnen, einem guten Zuhörer das Herz ausschütten oder sogar eine größere Öffentlichkeit an der persönlichen Trauer teilhaben lassen. Letztere Idee verfolgt die Trauer- und Interviewplattform „Dein Tod und ich“, auf der Hinterbliebene und Angehörige von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Tod erzählen und berichten, wie er ihr Leben vielleicht auch positiv verändert hat.

Die Berliner PR-Beraterin Judith Peller rief „Dein Tod und ich“ im Jahr 2014 ins Leben. Sie war elf Jahre alt, als ihre Cousine und beste Freundin an Krebs starb. Der frühe Verlust hat sie so sehr geprägt, dass sie dem Thema mehr Platz einräumen wollte. „Ich wünsche mir von Herzen, dass wir endlich anders über den Tod sprechen. Vielleicht sprechen wir dann auch anders über unser Leben und darüber, was wir wirklich wollen“, so Peller.

Webseite in neuen Händen

Im Herbst 2016 gab Judith Peller ihr Herzensprojekt an Silke Szymura weiter, ausgebildete Trauerbegleiterin und Macherin des Blogs „In lauter Trauer“. Sie verlor 2013 im Alter von 30 Jahren ihren Lebenspartner ganz plötzlich bei einem gemeinsamen Aufenthalt in Nepal. Bei der Auseinandersetzung mit der Trauer, dem Tod und dem Sterben merkte sie, um welche Tabuthemen es sich hierbei immer noch handelt. Seitdem wünscht sie sich einen anderen, natürlicheren Umgang mit dem Tod in unserer Gesellschaft und betreut nun voller Elan auch die Seite „Dein Tod und ich“. Szymura erläutert dazu: „Wir müssen unsere Trauer nicht still und alleine ganz für uns tragen und ausmachen. Trauer braucht Raum und den soll sie bekommen. Die Beschäftigung mit dem Tod ist immer auch eine Auseinandersetzung mit dem Leben.“

Die Seite lebt sehr stark von den Menschen, die ihre Erfahrungen mit dem Tod und der Trauer teilen.  Jeder, der seine Geschichte erzählen möchte, kann mitmachen – auf Wunsch auch anonym. Dabei geht es nicht darum, den ultimativen und einzig richtigen Weg aus der Trauer zu zeigen. Für den persönlichen Umgang mit dem Tod gibt es schließlich keine Kategorien wie richtig oder falsch. Jeder Weg ist richtig. Und jeder Weg muss individuell gegangen werden. Auch wenn man alleine mit seiner Trauer zurecht kommen muss, so muss man in seiner Trauer doch nicht alleine sein, sondern kann versuchen, sich auf das tröstende Gefühl einzulassen, dass der Tod für uns alle ein Teil des Lebens ist.

Interessenten können einfach das Kontaktformular auf der Webseite ausfüllen und abschicken oder sich direkt an Silke Szymura (silke@deintodundich.de) wenden. Nähere Details zum Interview werden anschließend nach persönlicher Absprache geklärt. Alle persönlichen Daten werden natürlich streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

www.deintodundich.de