Traueranzeige von
Heiner Müller

09.01.1929 - † 30.12.1995
Traueranzeige von Heiner Müller
Von Bundesarchiv, Bild 183-1989-1104-047 / Link, Hubert / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5965104

Der deutsche Dramatiker und Schriftsteller zählt zu den bedeutendsten Autoren der DDR. Auch als Lyriker und Essayist sowie als Regisseur, Dramaturg, Intendant und Präsident  der Akademie der Künste in Ost-Berlin machte Heiner Müller sich einen Namen. Er starb am 30. Dezember 1995 an den Folgen einer Speiseröhrenkrebs-Erkrankung. Sein Grab befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte.

Müllers schreiberisches Schaffen begann einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Ab 1950 schrieb er Literaturkritiken für den „Sonntag“ und die kulturpolitische Monatsschrift „Aufbau“, ab 1953 für die „Neue deutsche Literatur“. 1954 wurde Müller Mitglied des Deutschen Schriftstellerverbandes, wo er ab 1957 die Funktion eines wissenschaftlichen Mitarbeiters der Abteilung Drama bekleidete. In dieser Zeit fand auch die Erstaufführung seines Stückes „Zehn Tage, die die Welt erschütterten“ statt. 1958 wurde Müller Mitarbeiter am Maxim-Gorki-Theater in Berlin und freischaffender Autor. Im gleichen Jahr erfolgten die Erstaufführungen der Stücke „Die Korrektur“ und „Der Lohndrücker“.  

Sein Stück „Die Umsiedlerin“ wurde 1961 gleich nach der Uraufführung abgesetzt. Müller wurde zudem aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen, was einem Berufsverbot gleichkam. Auch später wurde er immer wieder von der politischen Führung der SED kritisiert. So ließ die Partei die Aufführung von „Der Bau“ kurzerhand absetzen. Spätere Stücke von ihm erlebten ihre Uraufführung folglich meist in Westdeutschland, teils auch in den USA oder in Paris. In den 1980er-Jahren entspannte sich die Situation wieder. 1984 wurde Müller Mitglied der Akademie der Künste der DDR und 1988 wurde er dann wieder in den DDR-Schriftstellerverband aufgenommen.

Aus den Werken seiner mittleren Phase zwischen 1902 und 1910 ragen vor allem die „Neuen Gedichte“ und der Roman „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“ hervor. Rilke wendet sich in diesen Werken der Welt menschlicher Grunderfahrungen zu. Dabei beobachtet er nun aber nicht mehr das Innenleben, sondern in einer das Subjekt zurückdrängenden symbolischen Spiegelung dieses Innen in den erlebten Dingen. So entstehen seine „Dinggedichte“, die den literarischen Symbolismus weiterentwickeln. Im späten Werk (1912–1922) verleiht Rilke seiner Lebensbejahung in den Zyklen „Duineser Elegien“ und „Die Sonette an Orpheus“ poetische Gestalt und bezieht sich auf das ganze, Leben und Tod umgreifende Dasein.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des 22. Todestages von Heiner Müller erstellt und ist dem Dramatiker vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.