Traueranzeige von
Johannes Rau

16.01.1931 - † 27.01.2006, Letzte Ruhestätte: Dorotheenstädtisch-Friedrichswerderscher und Französischer Friedhof
Traueranzeige von Johannes Rau
Von Johannes Liebmann Libbi - photo taken by Johannes Liebmann, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=541198

Der deutsche Politiker war zwischen 1999 und 2004 der achte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Von 1977 bis 1998 war er außerdem Landesvorsitzender der SPD und von 1978 bis 1998 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Bei der Bundestagswahl 1987 trat Johannes Rau darüber hinaus als SPD-Kanzlerkandidat an.

Seine politische Laufbahn begann in den 1950er-Jahren. 1957 trat er der SPD bei, 1958 wurde er erstmals in den nordrhein-westfälischen Landtag gewählt, dem er bis 1999 angehörte. 1962 wurde Rau Mitglied im Vorstand der SPD-Fraktion und fünf Jahre später deren Vorsitzender. 1970 berief NRW-Ministerpräsident Heinz Kühn ihn ins Kabinett und übertrug ihm das Ressort Wissenschaft und Forschung. Bis 1978 bekleidete er dieses Amt, bevor er selber zum Ministerpräsidenten gewählt wurde. Unter seiner Führung konnte die SPD bei den Landtagswahlen 1980, 1985 und 1990 die absolute Mehrheit der Mandate erreichen beziehungsweise verteidigen. 1995 verlor die SPD mit 46 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit und bildete eine Koalition mit den Grünen.  

Auch auf nationaler Ebene macht Johannes Rau innerparteilich Karriere. 1968 wurde Rau in den Bundesvorstand der SPD gewählt und war ab 1978 Mitglied des Präsidiums der SPD. Er war ab 1982 stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender. Nach dem Rücktritt von Björn Engholm übernahm Johannes Rau von 5. Mai bis zur Wahl von Rudolf Scharping am 23. Juni 1993 kommissarisch den SPD-Bundesvorsitz.

Seine herausragende Stellung innerhalb der Partei führte auch dazu, dass er 1987 als Kanzlerkandidat zur Wahl stand. Mit 37 Prozent der Stimmen unterlag er aber dem damals amtierenden Bundeskanzler Helmut Kohl. 1994 wurde Rau erstmals Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten. Er unterlag aber im dritten Wahlgang seinem Konkurrenten Roman Herzog. Vier Jahre später wurde er erneut von der SPD als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten nominiert. Am 23. Mai 1999 wählte ihn die Bundesversammlung im zweiten Wahlgang zum Bundespräsidenten. Am 1. Juli 1999 wurde Rau als Bundespräsident vereidigt.

In seiner Amtszeit setzte er die von seinem Vorgänger Roman Herzog 1997 begonnene Reihe der sogenannten „Berliner Reden“ fort. Insgesamt unternahm Rau 76 Auslandsreisen als Staatsoberhaupt. Bei seinem Staatsbesuch in Israel im Jahr 2000 war er der erste deutsche Politiker, der in dieser Eigenschaft vor der Knesset stand. Er bat dort um Vergebung für die Verbrechen des Holocaust. Insgesamt wurde Rau als moralische Instanz angesehen, die stets auf gesellschaftlichen Ausgleich bedacht war. Eines seiner bekanntesten Zitate lautete „Versöhnen statt spalten“.

Privat könnte man sagen, war Rau ein „Spätzünder“. Er heiratete erst mit 51 Jahren. Seine Auserwählte war Christina Delius, Enkelin des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann und Nichte der Theologin Uta Ranke-Heinemann. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Johannes Rau verstarb am 27. Januar 2006 in Berlin im Kreis seiner Familie. Die Beisetzung erfolgte am 7. Februar auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof zu Berlin im engsten Familien- und Freundeskreis.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des 12. Todestages von Johannes Rau erstellt und ist dem Politiker vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.

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