Traueranzeige von
Juliette Gréco

07.02.1927 - † 23.09.2020
Traueranzeige von Juliette Gréco
Von Jack de Nijs / Anefo - http://proxy.handle.net/10648/aa2f01f4-d0b4-102d-bcf8-003048976d84, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65498964

Die französische Sängerin und Schauspielerin galt als Grande Dame des Chansons und war in ihrer Heimat über Jahrzehnte ein großer Star, wenn auch nicht ganz so umjubelt wie ihre Kollegin Edith Piaf. Mit ihrer markanten tiefen Stimme, ihren literarisch-politischen Texten und ihrer bevorzugt schwarzen Kleidung wurde Juliette Gréco in den 50er- und 60er-Jahren zum Vorbild für viele junge Menschen. Mit Chansons wie "L'accordéon", "La Javanaise" und "Déshabillez-moi" feierte sie weltweit große Erfolge.

Juliette Gréco begann nach dem Zweiten Weltkrieg eher zufällig ihre Gesangskarriere. Sie lebte damals im Pariser Künstlerviertel Saint-Germain-des-Prés, fasste schnell in den Kreisen der Bohème Fuß und lernte dabei Jean-Paul Sartre kennen. Der Schriftsteller und Vordenker des Existenzialismus überredete sie auch dazu, das Mikrofon zu ergreifen, weil er von ihrer Stimme so überzeugt war. Sartre schrieb in der Folge auch diverse Texte für Gréco-Chansons: Andere Schriftsteller wie Albert Camus oder Francoise Sagan versorgten die junge Sängerin ebenfalls mit maßgeschneiderten Songtexten.

In dieser Phase Anfang der 1950er-Jahre wurde Gréco auch als Schauspielerin bekannt. 1953 bekam sie ihre erste Hauptrolle in „Quand tu liras cette lettre“. Im selben Jahr heiratete sie auch den Schauspieler Philippe Lemaire, mit dem sie eine Tochter hatte. 1957 spielte sie an der Seite von Tyrone Power, Ava Gardner, Mel Ferrer und Errol Flynn in der Hemingway-Verfilmung „Zwischen Madrid und Paris“ (engl. „The sun also rises“). Ein Jahr später holte sie Regisseur John Huston für seine Romanverfilmung „Die Wurzeln des Himmels“. Bis in die 70er-Jahre stand Gréco immer wieder vor der Kamera, dann beendete sie ihre Schauspiel-Karriere abrupt. Auch ihr zweiter Ehemann, Schauspieler Michel Piccoli, mit dem sie von 1966 bis 1977 verheiratet war, konnte sie nicht umstimmen.

Grécos musikalische Laufbahn war ebenfalls von Höhen und Tiefen geprägt. Immer wieder gelang ihr aber das Comeback und sie ging auf weltweite Tourneen. Die Chanson-Ikone veröffentlichte noch bis 2015 alle paar Jahre neue Studioalben, lebte aber zuletzt auch wegen des Todes ihres dritten Ehemanns Gérard Jouannest 2018 sehr zurückgezogen an der Côte d‘Azur und trat nicht mehr in der Öffentlichkeit auf. Gréco starb am 23. September 2020 mit 93 Jahren in ihrem Haus in Südfrankreich. 

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Juliette Gréco erstellt und ist der Sängerin vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.

23.09.2022

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