Bestattungen und Corona: Wie sind die aktuellen Bestimmungen?

Corona2022

Stand: 26.01.2022

Zwei Jahre hat uns das Coronavirus jetzt schon im Griff und noch sind die Inzidenz- und Todesfallzahlen leider sehr hoch. Die aktuell strengen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bringen gewisse Einschränkungen im Alltag mit sich und betreffen selbstverständlich auch Trauerfeiern und Bestattungen aller Art. Wegen des Infektionsrisikos ist auch das Abschiednehmen komplizierter als gewohnt. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle einmal einen Überblick geben, welche Bestimmungen bei Beerdigungen in Deutschland und Österreich momentan (Stand: Ende Januar 2022) zu berücksichtigen sind.

 

Deutschland: Regelungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich

 

Wenn Sie von einem Todesfall betroffen sind, müssen Sie sich unbedingt über die tagesaktuellen Vorgaben in Bezug auf Bestattungen am jeweiligen Ort informieren. Ihr Bestattungsunternehmen kann Ihnen hier nähere Auskünfte erteilen und so die Planung der Trauerfeier vereinfachen. Was Aufbahrungen angeht, rät das Robert-Koch-Institut bei Corona-positiven Verstorbenen von der Abschiednahme am offenen Sarg prinzipiell ab. Im Ausnahmefall sind sie aber unter Einhaltung von Abstand und ohne jegliche Berührungen möglich. Wenn es kein Corona-Fall war, dann sowieso.

 

Prinzipiell gelten in Deutschland in Sachen Bestattung im Augenblick in den einzelnen Bundesländern jeweils eigene gesetzliche Infektionsschutzverordnungen, die sich auch innerhalb kürzester Zeit verändern können. Darüber hinaus ist es angesichts regionaler Unterschiede im Pandemiegeschehen durchaus möglich, dass einzelne Städte oder Institutionen wie Kirchen und Friedhofsträger in Eigenregie zusätzliche Maßnahmen verordnen.

 

Momentan können wir auf jeden Fall zusammenfassen: In allen Bundesländern dürfen Trauerfeiern mit mehreren Trauergästen prinzipiell stattfinden, wenn die Friedhofsträger ein entsprechendes Hygienekonzept ausgearbeitet haben. Die Zahl der Gäste ist abhängig von den Länderbestimmungen und der zur Verfügung stehenden Fläche. Hier ist also eine enge Abstimmung mit dem jeweiligen Friedhofsträger anzuraten. Auch in Trauerhallen oder Kapellen gilt nämlich die allgemeine Maßgabe, dass der Mindestabstand von 1,50 Metern und die üblichen Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht eingehalten werden müssen. In vielen Fällen sind auch die Kontaktdaten der Gäste zu erfassen.

 

Darüber hinaus wird dringend von Händeschütteln, Umarmungen oder Küssen abgeraten. Teilweise ist auch das Auslegen von Kondolenzlisten untersagt, um zu vermeiden, dass mehrere Personen den gleichen Stift berühren. Grundsätzlich gilt in allen Bundesländern: Im Freien sind die Regelungen lockerer, was die Zahl der Personen angeht, die an Beerdigungen teilnehmen können. Möglicherweise ist also der Verzicht auf eine Trauerfeier in Innenräumen eine Option, um möglichst vielen Trauergästen das Beisein bei der Bestattung zu ermöglichen.

 

Darüber hinaus können Hinterbliebene insbesondere im Fall von Feuerbestattungen auch die Möglichkeit ins Auge fassen, Beisetzung und Trauerfeier gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen. Hier sind die Fristen in den einzelnen Bundesländern während der Corona-Pandemie teils noch einmal gelockert worden bzw. Ausnahmegenehmigungen werden recht unproblematisch erteilt. Oder Sie organisieren zunächst eine kleine Trauerfeier im engsten Kreis und holen später (z.B. am ersten Todestag) eine größere Gedenkfeier nach, wenn mehr Gestaltungsspielraum besteht.

 

Österreich: Keine Begrenzung bei der Teilnehmerzahl, aber Abstandsgebot

 

Auch in Österreich dürfen während der Pandemie alle zugelassenen Bestattungsarten weiterhin durchgeführt werden. Die erlaubte Zahl an Trauergästen ist seit Anfang des Jahres offiziell auch nicht mehr begrenzt. Allerdings gilt weiterhin das Mindestabstandsgebot gegenüber haushaltsfremden Personen von 2 Metern, wodurch es je nach Größe des Raumes (Kirche, Aufbahrungshalle etc.) gewisse Einschränkungen gibt. Grundsätzlich müssen bei Trauerfeiern in geschlossenen Räumen FFP2-Masken getragen werden. Der Bestatter muss zudem die Kontaktdaten der Gäste sammeln für eine mögliche spätere Nachverfolgung.

 

Wie in Deutschland gibt es auch in Österreich unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Bundesländern. Daher empfiehlt es sich, genauere Informationen zu den derzeitig gültigen lokalen Maßnahmen bei Ihrem Bestattungsunternehmen zu erfragen. Insgesamt lässt sich feststellen, dass in ganz Österreich in der momentanen Lage ein wachsender Trend zu Feuerbestattungen besteht, da die Angehörigen in diesem Fall flexibler in der Terminfindung für Trauerfeiern sind.