Gedenkseite · Hermann Litsch
Hermann Litsch
Hermann LitschKondolenzen

Gedenkseite von Hermann Litsch

15.02.1951
04.02.2026

Kondolenzen für Hermann Litsch

Hermann wurde am 15. Februar in Mauthen geboren. Er wuchs als zweites von drei Kindern im Elternhaus „Zangl“ auf und verbrachte dort seine Kindheit. Die Grundschule besuchte er im Ort. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Lehre als Einzelhandelskaufmann beim Konsum in Kötschach. Mit nur 20 Jahren wurde sein Leben durch einen schweren Mopedunfall verändert. Von einem Tag auf den anderen war nichts mehr selbstverständlich. Doch mit großer Willenskraft und innerer Stärke kämpfte er sich Schritt für Schritt zurück ins Leben. Was ihn dabei besonders auszeichnete: Er hat nie gejammert und sich nie über sein Schicksal beklagt und doch hat es ihn sehr geprägt. Er nahm sein Leben an, so wie es war. Neben den körperlichen Folgen musste Hermann auch schwere Schicksalsschläge tragen. Der Tod seines Vaters traf ihn tief. Und auch von seiner Schwester musste er viel zu früh Abschied nehmen. Diese Verluste haben ihn geprägt – und doch blieb er der stille, verlässliche Mensch, der für andere da war. Auch in schweren Zeiten hörte man von ihm kein Klagen. Seine Neffen und Nichten waren für ihn alles. Später erfüllten auch seine Großnichten und Großneffen sein Herz mit Freude. Es war ihm ein großes Glück, ihre Wünsche zu erfüllen. Nichts machte ihn stolzer, als für sie da zu sein und ihnen eine Freude zu bereiten. Ihr Lachen und ihre Besuche bedeuteten ihm unendlich viel. Hermann war Firmpate von Olli und nahm diese Aufgabe mit Stolz wahr. Er trug das Kirchenblatt und die Patenzettel aus, brachte den Nachbarn ihre Zeitungen und der sonntägliche Kirchgang war für ihn ein fester Bestandteil seines Lebens. Er liebte die Spaziergänge durchs Feld mit den Nachbarn und mit Rambo. Mit seiner Tasche machte er sich zu Fuß auf den Weg nach Kötschach, um Besorgungen zu erledigen. Auch die Wallfahrten nach Timau waren ihm ein Herzensanliegen. Für seine Familie war Hermann immer da. Er übernahm den Busabholdienst für uns, machte Traktorfahrten mit Mir, Olli, Elenore und Oma und half bei den Hausaufgaben. Egal wie müde er war – er erfüllte jeden Wunsch, ohne je zu klagen oder sich zu beschweren. Ob eine Schokolade vom Kurz oder die Eierspeis, die nur er so gut zubereiten konnte – auf Hermann war immer Verlass. Ganz besonders am Herzen lag ihm seine Mama. Für sie war er da, unterstützte sie und tat alles, was in seiner Kraft stand. Hermann freute sich über jeden Besuch. Und bis zu seinem letzten Tag verabschiedete er sich mit den Worten: „Gute Fahrt.“ Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er im Altersheim in Grafendorf. Als er zuletzt an einer Lungenentzündung erkrankte, nahm sein Leben still seinen Lauf. Wir nehmen Abschied von einem bescheidenen und starken Menschen. Von einem Menschen, der viele Lasten getragen und dennoch nie geklagt hat. Ein besonderer, fast symbolischer Kreis hat sich in Hermanns Leben geschlossen: Er ist am Geburtstag seiner geliebten Mama von uns gegangen – so wie auch sie einst an seinem Geburtstag diese Welt verlassen hat. Eine tiefe Verbundenheit, die über das Leben hinausreicht und uns zeigt, wie eng ihre Herzen miteinander verbunden waren. Am Sonntag vor seinem Tod durften wir noch einen wertvollen Moment mit ihm erleben. Gemeinsam haben wir gesungen. Mit leiser, aber fester Stimme stimmte er alle drei Strophen von „In die Berg bin i gern“ an. Es war, als würde darin noch einmal seine ganze Freude an der Heimat, an der Natur und am Leben mitschwingen. Zwei Tage später ist er gestorben. Lieber Hermann, wir werden dich nie vergessen. Danke für alles.
Nathalie Hotter
15.02.2026